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Zerkratzte Teflonpfanne: gefährlich oder nicht?

Kratzer, Blasen, abblätternde Beschichtung: Was das BfR zu verschluckten PTFE-Partikeln sagt, was die Studie aus Australien wirklich gemessen hat, wann Sie die Pfanne austauschen sollten und was die Garantie abdeckt.

Vue de dessus d'une poêle antiadhésive au revêtement écaillé à côté d'une poêle à surface de cuisson en titane
In diesem Ratgeber
  1. Ist eine zerkratzte Teflonpfanne gefährlich? Was die Forschung sagt
  2. Leichte Kratzer oder kaputte Beschichtung: Wo liegt der Unterschied?
  3. Zerkratzte Pfanne noch benutzen? So schonen Sie die Beschichtung
  4. Wann sollten Sie die Pfanne austauschen?
  5. Beschichtung löst sich: Greift die Garantie?
  6. Wohin mit der alten Pfanne?
  7. Alternativen: Pfannen ohne Beschichtung
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Nach heutigem Wissensstand ist eine zerkratzte Teflonpfanne keine Gesundheitsgefahr: Verschluckte PTFE-Partikel werden laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unverdaut ausgeschieden, gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. Weil die Wirkung kleinster Mikroplastikpartikel aber kaum erforscht ist, rät die Verbraucherzentrale, stark zerkratzte Pfannen vorsorglich auszutauschen. Löst sich die Beschichtung sichtbar ab, hat die Pfanne ihr Lebensende erreicht.

Das Wichtigste

  • Laut BfR sind durch verschluckte Partikel einer zerkratzten PTFE-Beschichtung keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.
  • Offen ist, wie kleinste Mikro- und Nanopartikel langfristig wirken; die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, stark zerkratzte Pfannen auszutauschen.
  • Das größere Risiko bleibt die Überhitzung: Leere beschichtete Pfannen nie hoch erhitzen.
  • Tefal gewährt auf die Antihaftbeschichtung 2 Jahre Garantie gegen Blasenbildung und Abblätterung, nicht aber auf Kratzer.

Dieser Beitrag gehört zu unserem Ratgeber Welche Pfanne ist die gesündeste?, der alle Pfannenmaterialien nüchtern vergleicht.

Ist eine zerkratzte Teflonpfanne gefährlich? Was die Forschung sagt

Die Frage ist berechtigt, denn eine Antihaftbeschichtung ist eine dünne Kunststoffschicht aus PTFE. Wird sie zerkratzt, lösen sich winzige Teilchen, und ein Teil davon kann im Essen landen. Entscheidend ist, was mit diesen Teilchen im Körper passiert. Was PTFE genau ist und warum es zu den PFAS zählt, erklären wir im Beitrag Ist Teflon giftig? PTFE, PFOA und PFAS einfach erklärt.

Die australische Studie: Wie viele Partikel lösen sich?

Ein Forschungsteam der Flinders University und der University of Newcastle hat 2022 beschädigte Antihaftbeschichtungen mit Raman-Bildgebung untersucht, einem Verfahren, das Kunststoffteilchen sichtbar macht. Nach ihrer Hochrechnung kann ein einzelner Riss in der Oberfläche rund 9100 Kunststoffpartikel freisetzen. Die oft zitierte Zahl von 2,3 Millionen Partikeln stammt aus derselben Arbeit: Sie ist eine Laborschätzung für eine stark beschädigte Beschichtung, keine Messung in Lebensmitteln.

Wichtig für die Einordnung: Gesundheitliche Wirkungen haben die Forschenden nicht untersucht. Sie schreiben lediglich, dass diese Partikel ein Gesundheitsproblem sein könnten und deshalb weiter erforscht werden sollten.

Was das BfR sagt

Das BfR hat die Frage in seinen Antworten zu PTFE-Geschirr ausdrücklich behandelt. Durch das Ablösen kleinster Teilchen von einer zerkratzten Beschichtung und ihr versehentliches Verschlucken sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Die Begründung: PTFE ist chemisch sehr beständig, die Teilchen werden nicht verdaut und unverändert ausgeschieden.

Was noch offen ist

Die beruhigende Bewertung stützt sich auf die Beständigkeit von PTFE, nicht auf Studien, die gezielt Nanopartikel aus Pfannen untersucht haben. Solche Studien gibt es kaum. Schon 2016 hielt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer Stellungnahme zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln fest, dass Daten zur Giftigkeit und zum Verhalten im Körper fehlen, um das Risiko für Menschen zu bewerten. Aus dieser Unsicherheit leitet die Verbraucherzentrale ihre Empfehlung ab, stark zerkratzte Pfannen vorsorglich zu ersetzen. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, kein Beleg für eine Gefahr.

Frau zeigt abgelöste Stücke einer Antihaftbeschichtung in ihrer Hand
Nachgestellte Szene: Abgeplatzte Stücke wie diese zeigen, dass die Beschichtung nicht mehr nur oberflächlich zerkratzt ist, sondern sich vom Pfannenboden löst.

Leichte Kratzer oder kaputte Beschichtung: Wo liegt der Unterschied?

Nicht jede Gebrauchsspur ist gleich zu bewerten. Diese Übersicht hilft bei der Einschätzung Ihrer Pfanne:

ZustandWoran Sie ihn erkennenWas Sie tun können
Feine GebrauchsspurenLeichte Kratzer, die Beschichtung ist geschlossen, das Bratgut löst sich weiterhin gutWeiter benutzen und schonend behandeln
Tiefe KratzerRillen, in denen das Metall darunter sichtbar wird; die Antihaftwirkung lässt spürbar nachVorsorglich austauschen, wie es die Verbraucherzentrale bei stark zerkratzten Pfannen empfiehlt
Beschichtung löst sichBlasen, abplatzende Stücke, blanke StellenPfanne ersetzen; innerhalb der Garantiezeit den Hersteller kontaktieren
Alles klebt, kein sichtbarer SchadenEingebrannte Reste oder eine abgenutzte OberflächeErst gründlich reinigen, dann neu beurteilen

Der letzte Fall ist häufig: Eine Pfanne, die plötzlich klebt, ist nicht immer kaputt. Wie Sie Rückstände von echtem Verschleiß unterscheiden, zeigt unser Beitrag beschichtete Pfanne klebt: was noch hilft und wann Schluss ist.

Zerkratzte Pfanne noch benutzen? So schonen Sie die Beschichtung

Eine Pfanne mit leichten Gebrauchsspuren können Sie weiter verwenden. Wichtiger als jeder Kratzer ist, wie Sie mit ihr umgehen. Diese Regeln stammen vom BfR und von Stiftung Warentest:

  1. Nie leer hoch erhitzen. Oberhalb von etwa 360 °C kann PTFE laut BfR gesundheitsschädliche Gase abgeben. Auf Induktion und Gas wird eine leere Pfanne besonders schnell heiß.
  2. Niedrige bis mittlere Stufe wählen. Stiftung Warentest nennt Überhitzen und schnelles Aufheizen ohne Inhalt als Ursachen für eine vorzeitig beschädigte Beschichtung.
  3. Keine Metallwender. Greifen Sie zu Holz oder Silikon.
  4. Von Hand spülen. Am besten nach dem Abkühlen mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm.
  5. Beim Stapeln schützen. Ein Filz- oder Geschirrtuch zwischen den Pfannen verhindert neue Kratzer.
  6. Saure Speisen nicht in der Pfanne stehen lassen. Auch das greift die Beschichtung laut Stiftung Warentest schneller an.

Tipp: Heizen Sie die Pfanne mit etwas Fett auf mittlerer Stufe vor und geben Sie das Bratgut zügig hinein. Solange feuchte Zutaten darin liegen, bleibt die Temperatur weit unter der kritischen Schwelle.

Spargel brät bei mittlerer Hitze: Mit Bratgut in der Pfanne bleibt die Temperatur deutlich unter dem Bereich, in dem sich PTFE zersetzen kann.

Wann sollten Sie die Pfanne austauschen?

Spätestens in diesen Fällen hat eine beschichtete Pfanne ihren Dienst getan:

  • Die Beschichtung wirft Blasen, blättert ab oder hat blanke Stellen.
  • Tiefe Kratzer ziehen sich über die Bratfläche.
  • Die Pfanne ist verzogen oder hat Risse.
  • Speisen kleben trotz Fett und gründlicher Reinigung fest.

Das sieht auch Tefal so: Kratzer, Risse oder Verformungen machen die Reinigung schwieriger, und wenn Lebensmittel selbst in der beschichteten Pfanne kleben, sei mehr Öl nicht die Lösung, sondern ein Austausch. Der Hersteller schreibt außerdem, dass Antihaft- und Keramikpfannen idealerweise alle 2 bis 3 Jahre ersetzt werden sollten. Das ist eine Herstellerangabe, kein Prüfergebnis. Stiftung Warentest formuliert vorsichtiger: Der Antihafteffekt hält nicht ewig, bei sorgfältiger Behandlung aber mehrere Jahre. Wie lange verschiedene Pfannenarten tatsächlich halten, lesen Sie unter Pfanne fürs Leben: Welche Pfanne hält am längsten?.

Frau hält eine alte Antihaftpfanne mit stark abgenutzter Beschichtung
Nachgestellte Szene: Eine Beschichtung, die so abgenutzt ist, hat ihr Lebensende erreicht, auch wenn die Pfanne sonst noch intakt wirkt.

Beschichtung löst sich: Greift die Garantie?

Das hängt vom Hersteller und von der Ursache ab. Als Beispiel die Garantiebedingungen von Tefal: Auf Töpfe und Pfannen gibt es 2 Jahre Garantie auf Material- und Herstellungsfehler ab Kaufdatum. Die Antihaftbeschichtung ist ebenfalls 2 Jahre gegen Blasenbildung und Abblätterung abgesichert. Ausgeschlossen sind laut Garantietext unter anderem Kratzer, Überhitzung, Aufheizen im leeren Zustand, Temperaturschocks, das Anhaften von Lebensmitteln und normaler Verschleiß. Eine Pfanne, die mit dem Metallwender zerkratzt wurde, ist also kein Garantiefall; eine Beschichtung, die sich bei normalem Gebrauch nach einem Jahr in Blasen ablöst, kann einer sein.

Unabhängig von einer Herstellergarantie haben Sie gegenüber dem Händler die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Tritt ein Mangel in den ersten 12 Monaten auf, muss laut Verbraucherzentrale der Händler beweisen, dass Sie ihn selbst verursacht haben. Heben Sie deshalb den Kaufbeleg auf und fotografieren Sie den Schaden, bevor Sie reklamieren.

Wohin mit der alten Pfanne?

Eine ausgediente Pfanne gehört nicht einfach in die Küchenschublade für „vielleicht noch mal“. Tefal empfiehlt, alte Pfannen und Töpfe zum Wertstoffhof oder zu einer Sammelstelle zu bringen, damit die Materialien wiederverwertet werden können. Welche Tonne oder welcher Hof bei Ihnen zuständig ist, regelt Ihre Kommune. Alle Möglichkeiten haben wir im Beitrag Pfanne entsorgen: wohin damit und woran Sie erkennen, dass es Zeit ist zusammengestellt.

Alternativen: Pfannen ohne Beschichtung

Wer nach dem Austausch nicht wieder eine Beschichtung kaufen möchte, die sich abnutzt, kann zu einer unbeschichteten Pfanne greifen. Edelstahl, Gusseisen, Eisen und Titan haben keine Schicht, die zerkratzt abblättern kann. Jedes Material hat eigene Stärken und Schwächen: Gusseisen und Eisen müssen eingebrannt werden, Edelstahl braucht etwas Übung beim Vorheizen. Einen Vergleich finden Sie im Ratgeber Pfanne ohne Beschichtung.

Eine Hand fährt über eine gehämmerte Titan-Kochfläche: Hier ist keine Beschichtung aufgetragen, die sich ablösen könnte.

Eine dieser Möglichkeiten ist die Untitan-Pfanne: Kochfläche aus Titan, ohne Beschichtung, PFAS-frei. Die gehämmerte Oberfläche erleichtert das Lösen des Bratguts, wenn die Pfanne gut vorgeheizt ist und etwas Fett verwendet wird. Dank Edelstahlboden funktioniert sie auf allen Herdarten einschließlich Induktion. Zur ehrlichen Einordnung gehört: Titan leitet Wärme ähnlich wie Edelstahl, die Pfanne braucht also Vorheizzeit, und sie kostet mehr als eine einfache beschichtete Pfanne.

Häufige Fragen

Ist eine zerkratzte Teflonpfanne krebserregend?

Dafür gibt es keinen Beleg. Als krebserregend eingestuft hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) PFOA, einen früheren Hilfsstoff, der in der EU seit 2020 verboten ist, nicht den Kunststoff PTFE. Laut BfR sind durch Partikel einer zerkratzten Beschichtung keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

Kann ich eine zerkratzte Pfanne noch benutzen?

Bei leichten Kratzern ja, wenn Sie die Pfanne nicht überhitzen. Ist sie stark zerkratzt oder löst sich die Beschichtung, rät die Verbraucherzentrale zum vorsorglichen Austausch.

Ist es giftig, wenn sich die Beschichtung löst und ich ein Stück mitesse?

Nach Einschätzung des BfR nicht: Verschluckte PTFE-Teilchen werden unverdaut ausgeschieden. Die Pfanne sollten Sie trotzdem ersetzen, denn eine abblätternde Beschichtung ist verbraucht.

Gilt die Garantie, wenn sich die Beschichtung ablöst?

Bei Tefal ist die Beschichtung 2 Jahre gegen Blasenbildung und Abblätterung abgesichert, Kratzer und Schäden durch Überhitzung sind ausgeschlossen. Andere Hersteller haben eigene Bedingungen; zusätzlich gilt die zweijährige gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Händler.

Quellen