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Praxis

Pfanne neu beschichten lassen: Kosten, Ablauf, lohnt sich das?

Warum sich eine Beschichtung nicht zu Hause erneuern lässt, wie eine professionelle Neubeschichtung abläuft, was Anbieter dafür verlangen und wann Neukauf oder eine Pfanne ohne Beschichtung die bessere Wahl ist.

Femme tenant une vieille poêle antiadhésive au revêtement très usé
In diesem Ratgeber
  1. Kann man eine Pfanne selbst neu beschichten?
  2. Wie läuft eine professionelle Neubeschichtung ab?
  3. Was kostet es, eine Pfanne neu beschichten zu lassen?
  4. Worauf Sie bei einem Angebot achten sollten
  5. Lohnt sich die Neubeschichtung?
  6. Neu beschichten und die Umwelt
  7. Die Alternative: eine Pfanne ohne Beschichtung
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Ja, eine beschichtete Pfanne lässt sich neu beschichten, aber nicht zu Hause: Fachbetriebe entfernen die alte Schicht, strahlen die Oberfläche auf und brennen eine neue Beschichtung ein. Laut den Preislisten der Anbieter kostet das in Deutschland etwa 30 bis 60 Euro pro Pfanne und dauert zwei bis sechs Wochen. Ob es sich lohnt, hängt vor allem davon ab, was die Pfanne neu kosten würde und ob ihr Boden noch gerade ist.

Das Wichtigste

  • Selbst neu beschichten geht nicht: Tefal schreibt, dass die Antihaftbeschichtung bei der Herstellung aufgetragen werden muss.
  • Spezialisierte Betriebe entfernen die alte Schicht, strahlen die Pfanne und brennen eine neue Beschichtung bei hohen Temperaturen ein.
  • Die Preise liegen laut Anbieter-Websites zwischen 30 und 60 Euro, dazu kommen je nach Angebot Versand und Griffdemontage.
  • Eine neue PTFE-Schicht bleibt eine PTFE-Schicht. Einige Anbieter bieten auch PFAS-freie Keramikbeschichtungen an.

Bevor Sie Ihre Pfanne verschicken, prüfen Sie, ob wirklich die Beschichtung am Ende ist. Oft klebt nur ein eingebrannter Fettfilm, der sich entfernen lässt. Wie Sie beides unterscheiden, lesen Sie im Beitrag Beschichtete Pfanne klebt: Was noch hilft und wann Schluss ist.

Kann man eine Pfanne selbst neu beschichten?

Nein. Tefal beantwortet die Frage, ob sich eine Antihaftpfanne neu beschichten lässt, eindeutig: Die Beschichtung müsse beim ursprünglichen Herstellungsprozess aufgetragen werden. Die Fachbetriebe beschreiben Sandstrahlen, mehrere Schichten und Einbrennen bei Temperaturen bis 420 °C, nichts davon lässt sich in der Küche nachstellen.

Angeboten werden auch Sprays und Hausmittel, die eine abgenutzte Beschichtung angeblich „auffrischen“. Eine unabhängige Prüfung, die eine dauerhafte Wirkung belegt, haben wir nicht gefunden. Deshalb empfehlen wir solche Mittel nicht. Was dagegen hilft, ist gründliches Reinigen: Klebt die Pfanne danach immer noch, obwohl Sie sie vorheizen und etwas Fett verwenden, ist die Antihaftwirkung in der Regel verbraucht.

Frau zeigt abgelöste Teile einer Antihaftbeschichtung in ihrer Hand
Gestellte Szene: Hat sich die Beschichtung stellenweise gelöst, hilft kein Hausmittel mehr. Dann bleiben Neubeschichtung oder Austausch.

Wie lange eine Beschichtung überhaupt hält, ist eine eigene Frage. Die Verbraucherzentrale nennt für PTFE drei bis fünf Jahre, für Keramik 1,5 bis 2,5 Jahre, jeweils je nach Nutzung. Mehr dazu im Beitrag Wie lange hält eine Pfanne?

Wie läuft eine professionelle Neubeschichtung ab?

Die Anbieter beschreiben den Ablauf ähnlich. Am ausführlichsten ist ITN Coatings aus Friedrichsthal im Saarland, das nach eigenen Angaben Pfannen für Privathaushalte, Gastronomie und Gewerbe beschichtet. Für Edelstahlpfannen nennt der Betrieb diese Schritte:

  1. Reinigung der angelieferten Teile.
  2. Thermische Vorbehandlung der Pfanne.
  3. Strahlen der Innenfläche. Die raue Oberfläche sorgt dafür, dass die neue Schicht haftet. Auch Hoffmann Germany beschreibt, dass die alte Beschichtung mit einem Sandstrahl unter hohem Druck vollständig entfernt wird.
  4. Auftragen der Antihaftbeschichtung als Mehrschichtsystem. Hoffmann nennt für seine Alugusspfannen drei Schichten.
  5. Einbrennen (Sintern). ITN nennt Temperaturen bis 420 °C.
  6. Richten, Polieren (gegen Aufpreis) und gegebenenfalls Nachnieten, danach Rückversand.

Daraus ergeben sich die Voraussetzungen, die die Anbieter nennen. Kunststoff-, Holz- und Gummigriffe müssen ab, weil sie im Ofen schmelzen würden; Metallgriffe dürfen dranbleiben. Eine Pfanne mit verzogenem, wackelndem Boden ist laut Silberthal meist kein Kandidat mehr, weil sie sich durch die Hitze weiter verziehen kann. ITN schließt für deformierte Teile Garantie und Gewährleistung aus. Und Edelstahl kann sich durch die hohen Temperaturen golden verfärben; das lässt sich laut ITN nur durch Polieren oder eine zusätzliche Außenbeschichtung entfernen.

Tipp: Messen Sie den Durchmesser innen am oberen Rand, so wie es die Preislisten verlangen, und legen Sie die Pfanne vor dem Einschicken auf eine ebene Fläche. Wackelt sie, fragen Sie vorher nach, ob sich die Neubeschichtung noch lohnt.

Was kostet es, eine Pfanne neu beschichten zu lassen?

Die folgende Übersicht gibt die Angaben wieder, die die Anbieter auf ihren eigenen Websites machen (abgerufen am 16.09.2026). Sie ist keine Empfehlung und nicht vollständig; Preise und Bedingungen können sich ändern.

AnbieterWelche PfannenBeschichtungPreis laut WebsiteDauer laut Website
ITN Coatings (pfannenbeschichtung.de)Alle Marken; Privat- und GewerbekundenPTFE (keramikverstärkt), PEEK oder Keramik (Sol-Gel), je nach AuswahlAlu-Guss bis Ø 36 cm 34,90 €, Edelstahl bis Ø 32 cm 39,90 €; Rückversand in Deutschland 7,90 €; Kunststoffgriff-Demontage 14,90 € (Preisliste Stand 25.04.2026)ca. 14 Tage ab Eingang
SilberthalAlle Marken, Ø 16 bis 28 cm, Versand nur aus DeutschlandPTFE42,95 € inkl. Versandca. 5 Wochen
Hoffmann GermanyNur eigene ProdukteAntihaftbeschichtung in drei Schichten30 € inkl. Hin- und Rückversand in Deutschlandca. 30 Arbeitstage
OlavsonNur eigene Pfannen (Partner: ITN Coatings)Klassisch oder auf Wunsch PFAS-frei59 € inkl. Versand2 bis 4 Wochen

Markenunabhängige Betriebe nehmen fast jede Pfanne an, berechnen Versand und Zusatzleistungen aber zum Teil getrennt. Einige Hersteller beschichten nur ihre eigenen Pfannen. Bei Silberthal ist zu beachten, dass die Garantie laut Website nur für Pfannen der eigenen Marke gilt.

Worauf Sie bei einem Angebot achten sollten

Die Preise liegen nah beieinander. Unterschiede zeigen sich im Kleingedruckten. Diese Fragen sollten Sie vor dem Einschicken klären:

  • Welche Beschichtung? PTFE, Keramik (Sol-Gel) oder etwas anderes? Die Angabe „PFOA-frei“ sagt wenig, denn PFOA ist in der EU seit 2020 ohnehin verboten. Was hinter den Begriffen steckt, erklärt der Beitrag Ist Teflon giftig? PTFE, PFOA und PFAS einfach erklärt.
  • Wie viele Schichten, welche Schichtdicke? Auf den Websites steht dazu meist wenig. Fragen Sie nach.
  • Welche Pfannen werden angenommen? Größe, Material, Marke, Zustand des Bodens, Griffe.
  • Wie lange dauert es? Die Angaben reichen von zwei bis sechs Wochen, und sie sind Richtwerte.
  • Welche Garantie? Gilt sie für jede Pfanne oder nur für die eigene Marke? Was passiert, wenn sich die Pfanne beim Einbrennen verzieht?
  • Was kostet es insgesamt? Rechnen Sie Hinversand, Rückversand, Griffdemontage und eventuelles Polieren zusammen und vergleichen Sie die Summe mit dem Preis einer gleichwertigen neuen Pfanne.

Lohnt sich die Neubeschichtung?

Das kommt auf die Pfanne an. Bei einer günstigen Pfanne kann die Neubeschichtung samt Versand in die Nähe des Neupreises kommen. Bei einer hochwertigen Pfanne mit schwerem Boden, deren Korpus und Griff noch tadellos sind, kann sie sich rechnen. Und dann gibt es noch den dritten Weg: eine Pfanne, die gar keine Beschichtung hat.

Neu beschichten lassenNeue beschichtete Pfanne kaufenPfanne ohne Beschichtung
VorteileKorpus und Griff bleiben in Gebrauch; volle AntihaftwirkungSofort verfügbar; große Auswahl; volle AntihaftwirkungKeine Schicht, die verschleißt; laut Verbraucherzentrale vertragen Edelstahl und Eisen Metallwender
GrenzenWochen ohne Pfanne; Versand und Nebenkosten; verzogene Pfannen oft ausgeschlossen; die neue Schicht nutzt sich wieder abDie Beschichtung nutzt sich wieder ab; die alte Pfanne muss entsorgt werdenKeine Antihaftwirkung wie bei einer Beschichtung; Vorheizen und Fett nötig; Eisen und Gusseisen brauchen Pflege
Für wenBesitzer hochwertiger, intakter Pfannen, die weiter beschichtet braten möchtenWer eine günstige Pfanne ersetzt und die bequeme Antihaftwirkung willWer keine Beschichtung mehr ersetzen möchte und bereit ist, die Brattechnik anzupassen
Draufsicht auf eine Pfanne mit abgeplatzter Antihaftbeschichtung neben einer Pfanne mit Titan-Kochfläche
Links eine Antihaftbeschichtung, die sich stellenweise gelöst hat, rechts eine unbeschichtete Kochfläche aus Titan: zwei der drei Wege aus der Tabelle.

Wie lange die neue Schicht hält, kann niemand seriös vorhersagen. Unabhängige Langzeittests zu neu beschichteten Pfannen gibt es nicht. Realistisch ist, von ähnlichen Pflegeregeln wie bei einer neuen beschichteten Pfanne auszugehen: nicht überhitzen, nicht leer aufheizen, kein Metallbesteck, von Hand spülen.

Neu beschichten und die Umwelt

Eine Neubeschichtung verlängert das Leben von Korpus und Griff. Das ist ihr Argument, und es ist nachvollziehbar. Am Material der Beschichtung ändert sie aber nichts: Wer PTFE wählt, bekommt wieder eine PTFE-Beschichtung, und PTFE gehört zu den PFAS. Stiftung Warentest nimmt PTFE-Pfannen deshalb nicht mehr in ihre Tests auf, weil bei Herstellung und Entsorgung PFAS in die Umwelt gelangen können.

ITN gibt an, PTFE-Beschichtungen ohne PFOA und GenX herzustellen und für PFAS-freie Anwendungen keramische Beschichtungen anzubieten; Olavson bietet die Neubeschichtung ebenfalls PFAS-frei an. Wer aus Umweltgründen PTFE meiden möchte, sollte also ausdrücklich nach einer solchen Variante fragen und bedenken, dass Keramikbeschichtungen laut Verbraucherzentrale eine kürzere Antihaftwirkung haben.

Die Alternative: eine Pfanne ohne Beschichtung

Wer die Frage „neu beschichten oder neu kaufen?“ nicht in ein paar Jahren wieder stellen möchte, kann zu einer Pfanne ohne Beschichtung greifen. Edelstahl, Gusseisen, Eisen und Titan haben keine Schicht, die sich abnutzt. Jedes Material hat eigene Eigenheiten: Eisen und Gusseisen müssen eingebrannt und gepflegt werden, Edelstahl braucht Übung beim Vorheizen. Einen Vergleich finden Sie im Ratgeber Pfanne ohne Beschichtung: Welche Materialien für wen taugen.

Gehämmerte Kochfläche aus Titan: blankes Metall ohne Beschichtung, die neu aufgetragen werden müsste.

Eine Titan-Kochfläche verhält sich beim Braten ähnlich wie Edelstahl, denn Titan leitet Wärme ähnlich schwach. Sie braucht also Vorheizen und etwas Fett. Was für und gegen Titan spricht, fasst unser Titanpfannen-Ratgeber zusammen.

Eine dieser Möglichkeiten ist die Untitan-Pfanne: Kochfläche aus Titan, ohne Beschichtung, PFAS-frei. Sie hat eine gehämmerte Oberfläche und einen Edelstahlboden für alle Herdarten einschließlich Induktion und ist in 26, 28 und 30 cm erhältlich. Sie kostet mehr als eine einfache beschichtete Pfanne. Die gehämmerte Oberfläche, gut vorgeheizt mit etwas Fett, erleichtert das Lösen. Sie können die Pfanne 30 Tage lang ausprobieren und bei Nichtgefallen zurückgeben.

Ein Steak kommt in die vorgeheizte Pfanne auf dem Gasherd. Ohne Beschichtung ist das Vorheizen der entscheidende Schritt.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Pfanne neu beschichten zu lassen?

Laut den Websites der Anbieter etwa 30 bis 60 Euro pro Pfanne (Stand 16.09.2026). Je nach Angebot kommen Versand, Griffdemontage oder Polieren hinzu.

Kann man eine Teflonpfanne selbst neu beschichten?

Nein. Laut Tefal muss die Beschichtung bei der Herstellung aufgetragen werden. Fachbetriebe strahlen die Pfanne und brennen die neue Schicht bei hohen Temperaturen ein.

Kann jede Pfanne neu beschichtet werden?

Nein. Verzogene Pfannen sind meist ausgeschlossen, Kunststoffgriffe müssen demontierbar sein, und einige Hersteller beschichten nur ihre eigenen Pfannen. Manche Anbieter nehmen nur bestimmte Größen an.

Ist die neue Beschichtung PFAS-frei?

Nur, wenn Sie das ausdrücklich wählen. Eine neue PTFE-Beschichtung gehört wieder zu den PFAS. Einige Anbieter bieten auf Wunsch keramische, PFAS-freie Beschichtungen an.

Quellen