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Sind Tefal-, WMF- und Woll-Pfannen PFAS-frei?

Was Tefal, WMF, Woll, Fissler und HexClad selbst über PTFE und PFAS schreiben, was Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest gemessen haben und wie Sie Ihre Pfanne prüfen.

Œuf au plat qui cuit sur une surface de cuisson en titane martelée
In diesem Ratgeber
  1. So lesen Sie die Angaben auf der Verpackung
  2. Sind alle Tefal-Pfannen PFAS-frei?
  3. WMF: PermaDur, CeraDur oder Cromargan?
  4. Woll: Welche Serien sind PFAS-frei?
  5. Fissler: Ceratal, Adamant und Levital+
  6. Ist HexClad PFAS-frei?
  7. So prüfen Sie selbst, ob Ihre Pfanne PFAS enthält
  8. Pfannen ohne Beschichtung: Hier erübrigt sich die Frage
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Nicht pauschal: Bei Tefal, WMF, Woll und Fissler hängt die Antwort von der Serie ab, nicht von der Marke. Alle vier verkaufen Pfannen mit einer Antihaftbeschichtung auf PTFE-Basis, also mit einem Stoff aus der PFAS-Gruppe, und daneben keramisch beschichtete Serien. HexClad gibt für seine aktuelle Beschichtung an, sie sei PTFE- und PFAS-frei.

Das Wichtigste

  • „PFOA-frei“ sagt nichts über PFAS aus: PTFE, das Material klassischer Antihaftbeschichtungen, gehört selbst zu den PFAS.
  • Tefal, WMF, Woll und Fissler führen PTFE-beschichtete und keramisch beschichtete Serien nebeneinander. Entscheidend ist die Serie.
  • Die Verbraucherzentrale Hamburg fand 2025 hohe Gehalte an organischem Fluor in Pfannen von Tefal, Zwilling, Berndes und Ikea. Deklariert waren PFAS bei keiner Pfanne.
  • Bei Pfannen ohne Beschichtung stellt sich die Frage nicht.

Welche Materialien grundsätzlich infrage kommen, zeigt unser Ratgeber zur gesündesten Pfanne. Hier geht es um eine engere Frage: Was schreiben die Hersteller selbst, und was haben unabhängige Prüfungen gemessen?

So lesen Sie die Angaben auf der Verpackung

Eine Kennzeichnungspflicht für PFAS in Kochgeschirr gibt es derzeit nicht, darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg hin. Sie müssen die Beschichtung also aus den Angaben erschließen, die der Hersteller freiwillig macht.

„PFOA-frei“ ist nicht „PFAS-frei“

PFOA war früher ein Hilfsstoff bei der Herstellung von PTFE und ist in der EU seit Juli 2020 verboten. Jede Pfanne im Handel muss also PFOA-frei sein. Die Verbraucherzentrale Hamburg hält den Hinweis deshalb für irreführend, weil er sich nur auf eine einzelne Substanz bezieht und nicht auf die ganze Stoffgruppe; nach ihren Angaben werben unter anderem Berndes, Tefal und WMF damit.

PTFE gehört zu den PFAS

Nach der Definition der OECD zählt PTFE zu den PFAS. Das bestreiten auch die Hersteller nicht: Tefal ordnet PTFE als Polymer der PFAS-Familie zu, Woll schreibt, PTFE sei „per Definition ebenfalls in dieser PFAS-Gruppe zu finden“. Beide halten PTFE für gesundheitlich unbedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ebenfalls kein Gesundheitsrisiko; die Kritik an PTFE betrifft vor allem Herstellung und Entsorgung. Die Begriffe im Detail erklärt unser Artikel Ist Teflon giftig? PTFE, PFOA und PFAS.

Keramik, Hybrid, Titan: Namen sind keine Materialangaben

  • Keramik: Laut Verbraucherzentrale enthalten manche „Keramik-Pfannen“ PTFE mit beigemischten Keramikpartikeln. Sie rät, auf „100 % PTFE-frei“ oder „PFAS-frei“ zu achten.
  • Titan: Bei Woll ist „Titan Best“ ein Serienname. Die Pfanne hat laut Woll einen Aluminiumkörper mit DIAMOND-XR-Versiegelung, und Woll führt die Serie selbst unter den Serien mit PTFE-haltiger Antihaftversiegelung. Wie Sie echte Titan-Kochflächen erkennen, lesen Sie in Titanpfanne: echt oder beschichtet?
  • Hybrid: HexClad nennt seine Pfannen „Hybrid“. Über die Beschichtung sagt der Name nichts, darüber gibt erst die FAQ der Marke Auskunft.
  • Temperaturgrenze: Steht in der Anleitung, dass die Pfanne nicht über 230 °C oder 260 °C erhitzt werden darf, ist laut Verbraucherzentrale fast immer PTFE im Spiel.
Draufsicht auf eine abgenutzte Antihaftpfanne neben einer Pfanne mit Kochfläche aus Titan
Eine abgenutzte Antihaftbeschichtung neben einer unbeschichteten Titan-Kochfläche: Welche Oberfläche eine Pfanne hat, steht im Datenblatt, nicht im Seriennamen.

Sind alle Tefal-Pfannen PFAS-frei?

Nein. Tefal schreibt auf tefal.de, dass mehrere Produktfamilien mit einer Antihaftbeschichtung auf PTFE-Basis hergestellt werden. Nach eigenen Angaben verwendet Tefal keine PFAS, die von Gesundheitsbehörden als krebserregend eingestuft sind. Für die Serie Renew gibt Tefal an, deren keramische INOCERAM-Beschichtung enthalte „aufgrund ihrer chemischen Beschaffenheit kein PFAS“.

Was unabhängige Prüfungen gefunden haben:

  • Verbraucherzentrale Hamburg (April 2025): In der Tefal Easy Cook'n'Clean lag der Anteil an organischem Fluor in der Beschichtung bei 37,65 %, dem höchsten Wert der Stichprobe. Tefal bestätigte auf Anfrage, dass die Beschichtung auf PTFE basiert.
  • Stiftung Warentest (Test 1/2025): Die Tefal Renewal gehörte zu den 13 Pfannen ohne PTFE-Beschichtung im Test; die Beschichtungen wurden auf PFAS untersucht. Über alle getesteten Modelle schreibt die Stiftung: „Ohne Schadstoffe sind sie alle.“
  • UFC-Que Choisir (Frankreich, Januar 2024): In der keramischen Tefal Renew On fanden die Tester drei PFAS in Spuren, mindestens zehnmal weniger als in den geprüften PTFE-Pfannen.

Übrigens: Tefal verwendet nach eigener Aussage keine Beschichtungen der Marke Teflon™, die dem Chemiekonzern Chemours gehört. Das Material ist dennoch dasselbe, nämlich PTFE.

WMF: PermaDur, CeraDur oder Cromargan?

WMF teilt seine Pfannen im eigenen Pfannen-ABC in drei Gruppen ein:

  • PermaDur: laut WMF eine mehrschichtige PTFE-Kunststoffversiegelung.
  • CeraDur: eine keramische Versiegelung, die durch Erhitzen anorganischer Grundsubstanzen entsteht und bis 400 °C hitzebeständig ist. Eine ausdrückliche Angabe „PFAS-frei“ haben wir auf der geprüften Produktseite nicht gefunden.
  • Cromargan: Edelstahl ohne Antihaftbeschichtung.

Die Verbraucherzentrale Hamburg konnte die Beschichtung der WMF Devil Stielpfanne im Labor nicht analysieren; einen Messwert gibt es dafür also nicht. Bei der Stiftung Warentest gehörte die WMF Durado zu den geprüften Pfannen ohne PTFE.

Woll: Welche Serien sind PFAS-frei?

Woll beantwortet die Frage auf der eigenen Website Serie für Serie:

Beschichtung laut WollSerien
PTFE-haltige AntihaftversiegelungDiamond Lite, Titan Best, Logic, Active Lite, Concept
PFAS-frei beschichtetEco Logic QXR, Eco Lite QXR, Let's bake!
Ohne BeschichtungEdelstahl (Concept, Concept Pro), Carbon Steel, Iron

Die Woll eco logic QXR war ebenfalls Teil des Tests der Stiftung Warentest. Woll weist darauf hin, dass die QXR-Beschichtung eine Art Glasur ist, die zu Absplitterungen neigt; starke Schläge, vor allem an den Kanten, sollten Sie vermeiden.

Fissler: Ceratal, Adamant und Levital+

Für die Serien Ceratal und Ceratal Evo schreibt Fissler, die keramische Beschichtung werde „wasserbasiert und ohne PFAS/PTFE“ hergestellt. Eine Ceratal Comfort war bei der Stiftung Warentest unter den geprüften Pfannen ohne PTFE.

Auf den deutschen Produktseiten von Adamant und Levital+ steht dagegen nur „PFOA-frei, gemäß der EU-Verordnung Nr. 2019/1021“, ohne Angabe zum Material der Beschichtung. Das ist, wie oben erklärt, keine Aussage über PFAS. Wer es genau wissen will, fragt bei Fissler nach. Daneben bietet Fissler unbeschichtete Edelstahlpfannen an.

Ist HexClad PFAS-frei?

In der FAQ auf hexclad.com schreibt HexClad, seine Kochgeschirr-Produkte verwendeten die eigene keramische Antihaftbeschichtung TerraBond, die „PTFE-free and PFAS-free“ sei. Seit wann diese Beschichtung eingesetzt wird, steht dort nicht. Haben Sie eine ältere HexClad-Pfanne, prüfen Sie die Angaben auf Verpackung und Anleitung oder fragen Sie beim Hersteller nach. Unabhängige Messwerte zu HexClad aus deutschen Tests haben wir nicht gefunden.

So prüfen Sie selbst, ob Ihre Pfanne PFAS enthält

  1. Serie und Datenblatt suchen: Maßgeblich ist das Material der Beschichtung. Belastbar sind die Angaben „PTFE-frei“ oder „PFAS-frei“, nicht „PFOA-frei“.
  2. Anleitung lesen: Eine Höchsttemperatur von 230 °C oder 260 °C deutet auf PTFE hin (Verbraucherzentrale).
  3. Beim Hersteller nachfragen: Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt dafür einen kostenlosen Musterbrief bereit.
  4. Mit fehlenden Angaben rechnen: Die Verbraucherzentrale NRW fand im Juni 2026 bei 18 von 31 online angebotenen Pfannen keine Information dazu, ob die Beschichtung PFAS enthält.

Tipp: Notieren Sie beim Kauf den genauen Seriennamen und die Artikelnummer. Hersteller führen oft mehrere Beschichtungen unter ähnlichen Namen, und eine Anfrage lässt sich nur mit der genauen Bezeichnung beantworten.

Metallpfannenwender in einer Pfanne ohne Beschichtung
Ein Pfannenwender aus Metall in einer unbeschichteten Pfanne: Welche Küchenhelfer erlaubt sind, steht in der Anleitung und verrät oft auch etwas über die Oberfläche.

Pfannen ohne Beschichtung: Hier erübrigt sich die Frage

Ohne Antihaftbeschichtung gibt es auch kein PTFE. Edelstahl, Gusseisen und Eisen sind die bekannten Möglichkeiten; jedes Material hat eigene Stärken und Grenzen, die wir in Pfanne ohne Beschichtung vergleichen. Allen gemeinsam ist: Sie brauchen Vorheizen und etwas Fett, und empfindliche Speisen verlangen etwas Übung.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Kochfläche aus Titan. Diesen Weg geht Untitan, eine französische Marke aus Nantes: Untitan-Pfanne: Kochfläche aus Titan, ohne Beschichtung, PFAS-frei. Die gehämmerte Oberfläche erleichtert das Lösen des Bratguts, wenn die Pfanne gut vorgeheizt ist und etwas Fett verwendet wird; ein Edelstahlboden macht sie für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet. Titan leitet Wärme ähnlich wie Edelstahl, deshalb ist Vorheizen nötig, und die Pfanne kostet mehr als eine einfache beschichtete Pfanne.

Eine gehämmerte Kochfläche aus Titan ohne Beschichtung: Hier gibt es keine Antihaftschicht, deren Zusammensetzung man erfragen müsste.

Häufige Fragen

Ist „PFOA-frei“ dasselbe wie „PFAS-frei“?

Nein. PFOA ist eine einzelne, in der EU seit 2020 verbotene Substanz. Eine PFOA-freie Pfanne kann eine PTFE-Beschichtung haben, und PTFE gehört zu den PFAS.

Sind Keramikpfannen immer PFAS-frei?

Nicht zwingend. Laut Verbraucherzentrale dienen manche Keramikbestandteile nur als Verstärkung einer PTFE-Schicht. Achten Sie auf die ausdrückliche Angabe „PFAS-frei“ oder „PTFE-frei“.

Muss ich meine PTFE-Pfanne jetzt wegwerfen?

Nein. Das BfR sieht bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kein Gesundheitsrisiko. Wichtig ist, die Pfanne nicht leer zu überhitzen und sie zu ersetzen, wenn die Beschichtung stark beschädigt ist.

Ist Teflon dasselbe wie PTFE?

Teflon™ ist ein Markenname des Herstellers Chemours für PTFE-Beschichtungen. Viele Pfannen haben PTFE-Beschichtungen unter anderen Namen.

Quellen